Autor
Produzent
Tonmeister
Manfred Papst (NZZ)
„appassionata“, vereinfacht: leidenschaftlich, aber auch hingebungsvoll. Eben so, wie Alena Cherny auf dem Flügel spielt. Sie spult keine Noten herunter, sie lebt die Musik, die sie darbietet. Und sie füllt sie mit ihrem eigenen reichen, erlittenen und erarbeiteten  Leben.

Ich staune immer wieder, wenn ich von Alena höre, was sie über bestimmte Komponisten zu erzählen weiss, wie sie gelebt haben, wann sie in welchen Umständen und manchmal auch mit welchen Intensionen geschrieben haben. Wie deren Musik von anderen gespielt wurde und gespielt wird, und wie sie, Alena, ein bestimmtes Werk interpretiert. Sie lebt sich hinein in das, was sie spielt. Doch trotz all ihres Wissens über die Musik und des Bewusstseins davon meine ich wahrzunehmen, dass Alena von der Musik gelegentlich mitgerissen und weggespült wird, so, als hätte die Musik sich ihrer bemächtig und sie zu ihrem Instrument gemacht.

Der Film streift dieses Verhältnis Alenas zur Musik immer wieder. Er geht ihrem Leben nach, doch dieses Leben wird in der Art, wie sie spielt, gespiegelt. Die ersten Lebensjahre fernab im ostukrainischen Romny, dann das harte Leben im Internat in Kiew, die Musikhochschule, Tschernobyl, mit 20 die Geburt der Tochter, das Exil: Ein Leben mit vielen Schicksalsschlägen und vielen Neuanfängen.

Wer sich auf den Film einlässt, begleitet Alena auf einer verrückten, berührenden Reise. Die mich zumindest anders zurück lässt, als ich eingestiegen bin. Reicher.

Paul Riniker, Produzent